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Programm

A – Besuch des Helmholtz-Forschungszentrums Rossendorf, 9.10.2015,  Besuchsdauer  14-17 Uhr, Führung/Diskussion mit Wissenschaftlern im Kontrollbereich Ionenstrahltechniken (Dr. S. Merchel, Dr. M. Mäder)

B – Besuch eines Patentanwaltsbüros, 10.10.2016,  9.00-12.00 Uhr  Besuch der Patentanwälte Marion und Dieter Rauschenbach, Bienertstr. 15, 01187 Dresden, Vortrag über den Werdegang und die Aufgaben eines Patentanwaltes mit Schwerpunkt Chemie und die Schwierigkeiten, die beim Zusammenarbeiten mit Erfindern aus dem Chemie-Bereich auftreten

C – Besuch und Führung im Mathematisch-physikalischen Salon im Zwinger, 10.10.2015, 13.00-15.00 Uhr  Sonderführung mit Erklärung und Vorführung der historischen Gerätschaften

D – Besuch des Historischen Grünen Gewölbes, 10.10.2015,  16.00-18.00 Uhr Uhr 

E - Stadtführung, 11.10.2015, 10.00-12.00 Uhr Führung durch die Dresdner Altstadt

Besuch des Helmholtz-Forschungszentrums Rossendorf

Nach einer etwa einstündigen Fahrt vom Hauptbahnhof Dresden an die Tore des außerhalb der Stadt gelegenen Forschungszentrums in Rossendorf wurden wir von Frau Grämer begrüßt und zum Institut für Ionenstrahlphysik und Materialforschung gebracht. Dort begrüßte uns Frau Dr. Merchel mit einem engagierten Kurzvortrag, der eine Unmenge an Informationen über das Forschungszentrum allgemein, das gastgebende Institut und speziell die vor Ort vorhandenen Ionenstrahl- und Massenspektrometrischen Techniken sowie einige ausgewählte Beispiele aus der aktuellen Forschung vermittelte. 

Nach dieser ersten Übersicht über die vorhandene Technik, geplante und laufende Bau- und Ergänzungsmaßnahmen bekamen wir die Gelegenheit uns die Anlagen zur Beschleuniger-Massenspektrometrie (AMS) und den Ionenstrahlverfahren vor Ort anzuschauen.

Im Betonbunker bekamen wir durch Dr. Merchel und Dr. Rugel interessante Beispiele demonstriert, wie man die AMS für Fragen aus den Bereichen Astrophysik und Kosmochemie, Geologie oder Reaktorrückbau einsetzen kann. Neben den spannenden Anwendungsbeispielen waren auch die Dimensionen der Anlage mit 15 x 25 m2 beeindruckend. Chemisches Wissen ist bei all der Technik trotzdem vonnöten, da für erfolgreiche Analysen an dieser Superanlage in den allermeisten Fällen eine nasschemische Probenvorbereitung unerlässlich ist, aus der 1-mg Proben resultieren und bei der oft eine Anreicherung der zu bestimmenden Nuklide bis zum Faktor 106 vorgenommen wird. Zudem ermöglicht die Präparation die Minimierung der Kontamination der zu untersuchenden Proben sowie die Abtrennung isobarer Interferenzen.

Mittels Ionenbeschleuniger können Proben über freigesetzte Röntgen- und Gammaquanten (PIXE und PIGE) auf ihre Zusammensetzung untersucht werden oder Rückstreuspektren der Ionen zur Untersuchung der Probenoberfläche und ihrer Zusammensetzung (RBS) verwendet werden. Das System in Rossendorf wird in umfangreichem Maße durch die Museen der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden für eine zerstörungsfreie Charakterisierung von Kunstobjekten genutzt, wobei hier auch häufig am externen Strahl (aus dem Vakuum herausgeführter Ionenstrahl) gemessen wird. Dr. Mäder stellte uns einige spannende Beispiele aus den Bereichen der Analyse von Gemälden, Gläsern und Emaillen vor und diskutierte mit uns Fragen der Probenhalterung, der Repräsentanz der Ergebnisse oder der Anwendung technischer Tricks zur Gewinnung zusätzlicher Informationen.

Leider war die Zeit für unseren Besuch viel zu schnell um. Tolle Technik und sehr motivierte Gastgeber haben aber einen bleibenden Eindruck hinterlassen und unseren Wissensstand auf diesen Gebieten auf anregende und spannende Weise ausgebaut.

Besuch eines Patentanwaltsbüros

Die Familien-Patentanwaltskanzlei Rauschenbach beschäftigt sich mit gewerblichen Schutzrechten im Fachgebiet Chemie. Die Kanzlei wurde 1992 von Marion Rauschenbach gegründet, im Jahr 2001 stieg ihr Ehemann Dieter Rauschenbach mit ein. Heutzutage handelt es sich um ein Familienunternehmen, an welchem auch die Kinder teilhaben. Die Anwaltskanzlei Rauschenbach ist eine von fünf Patentanwaltskanzleien in Dresden. Die hohe Anzahl von Patentanwälten in Dresden kommt unter anderem wegen der vielen Forschungseinrichtungen in der Umgebung zustande (Fraunhofer Institute, Max-Planck-Institute, Helmholtz-Zentrum Rossendorf). Die Kanzlei Rauschenbach verfügt über die deutsche und die europäische Zulassung für Patentrechte und hat bereits in über 20 verschiedenen Ländern Patente angemeldet, unter anderem in Singapur, Australien, Brasilien und Russland.

Der Weg zum Patent

Bei einem gewerblichen Schutzrecht handelt es sich um eine Art gewerbliches Urheberrecht, dessen Prozess wiederholbar sein muss. Es können unter anderem Marken, Design und Gebrauchsmuster patentiert werden. Der Weg zur Erlangung eines Patents ist nahezu überall gleich, da es ein international harmonisiertes Schutzrecht gibt.

Ein Wissenschaftler macht eine Erfindung, welche in dieser Form noch nicht existiert und möchte sie patentieren. Ein Patentanwalt prüft nun in erster Linie, ob die von dem Wissenschaftler gemachte Erfindung bereits vorhanden ist (neu), ob diese technisch umsetzbar (wiederholbar) ist und ob sie gewerblich anwendbar ist. „Neu“ heißt, dass nach dem Stand der Technik nichts Vergleichbares bereits veröffentlicht wurde (Paper, Vorträge, etc.). Die Statistik zeigt, dass 5 % der Erfindungen nicht neu sind und somit nicht patentiert werden dürfen. Nach der Prüfung durch den Patentanwalt wird die Erfindung einer Prüfgruppe zugeordnet und im Patentamt von Fachpersonal überprüft (dabei helfen gute Datenbanken bei der Recherche). 

Bei einem Patent muss unterschieden werden, ob ein deutsches, ein europäisches oder ein US-amerikanisches Patent beantragt werden soll, da die Patentanwälte hierfür extra Zulassungen benötigen. Die Prüfer in den Patentämtern aus verschiedensten Ländern sind auf eine ausreichend genaue Informationsübertragung angewiesen.

Bei der Patentanmeldung kommt es entscheidend auf den Zeitpunkt der Beantragung an – wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Sollte ein Patent über die gleiche Erfindung von zwei unterschiedlichen Wissenschaftlern am selben Tag eingereicht werden, so kann das Patent auch an beide Wissenschaftler vergeben werden. Grundsätzlich gilt, dass 18 Monate nach der Patentanmeldung die Erfindung veröffentlicht wird. Die Laufzeit eines Patents beträgt 20 Jahre. Weltweit werden jährlich ca. 500.000 Patentanmeldungen getätigt, in Deutschland sind es jedes Jahr 65.000. Ein deutsches Patent gilt nur für Deutschland, was bedeutet, dass die darin beschriebene Erfindung zwar in anderen Ländern verwendet werden darf (z.B. in der Produktion), damit hergestellte Produkte dürfen jedoch nicht ohne zusätzliche Gebühren nach Deutschland eingeführt werden. Möchte man ein europäisches Patent einreichen, so muss dies in den drei Amtssprachen (Deutsch, Englisch und Französisch) erfolgen.

Die anfallenden Gebühren werden vom Patentamt festgelegt und betragen 50 – 60 Euro für ein deutsches Patent und > 1000 Euro für ein europäisches Patent. Zusätzlich kommt das Honorar für die Patentanwälte hinzu – der erste Schritt kostet allein etwa 3000 Euro für ein deutsches Patent und 5000 Euro für ein Europäisches. Bei Patenten handelt es sich meist um ein Verlustgeschäft für den Erfinder. Natürlich gibt es hier auch Ausnahmen, wie zum Beispiel die Erfindung der mp3 vom Fraunhofer Institut für Integrierte Schaltungen. 

Der Weg zum Patentanwalt

Als Patentanwalt kann man entweder angestellt bei einer Firma oder selbstständig tätig sein. Die Ausbildung gliedert sich in mehrere Schritte. Zunächst benötigt man ein naturwissenschaftliches oder technisches Studium (Diplom, M. Sc.). Anschließend folgt ein einjähriges Betriebspraktikum, bei dem Arbeitserfahrungen gesammelt werden können. Dem Praktikum folgt eine Kandidatenstelle bei einem Patentanwalt oder einer Firma, welche 26 Monate läuft. Während dieser Zeit ist zudem ein Fernstudium über den juristischen Teil zu absolvieren. Nach Abschluss der Kandidatenstelle muss eine Prüfung beim Patentamt abgelegt werden (Eigenkosten je Prüfung 2000 Euro, Durchfallquote 70 %). Nach erfolgreich absolvierter Prüfung steht ein 8 monatiges (unentgeltliches) Praktikum beim Patentamt an. Am Ende dieses Praktikums wird man vereidigt und erlangt die Zulassung als deutscher Patentanwalt. Insgesamt also ein langer und steiniger Weg bis zum erfolgreichen Betrieb einer Kanzlei!

Besuch und Führung im Mathematisch-physikalischen Salon im Zwinger

Die Führung durch den Mathematisch-Physikalischen Salon des Zwingers wurde von der Kunstvermittlerin Susanne Reichelt durchgeführt. Der in den Jahren  1710 bis 1714 errichtete Mathematisch-Physikalische Salon stellt eine von vier großen Themenausstellungen des Zwingers dar und beherbergt eine Sammlung verschiedenster mathematischer und physikalischer Instrumente.

Der Mathematisch-Physikalische Salon ist wiederum gegliedert in vier Ausstellungsbereiche. Die sogenannte Langgalerie enthält eine Sammlung mechanischer Wunderwerke und mathematischer Instrumente. Gleich nach dem Eintritt in die Langgalerie wird der Besucher von der eindrucksvollen Figur des “Trommelnden Bären“ aus dem Jahre 1625, die ein Uhrwerk mit Wecker enthält, begrüßt. Es folgen Ausstellungsstücke von verschiedensten historischen Instrumenten wie Wegmessern, Reiseroutenrollen, Schiffskompassen, Messquadranten und Pendelrichtquadranten, welche belegen wie ausgeklügelt die Vermessungsmethoden bereits im 16. Jahrhundert waren.

      

Das wohl bedeutendste Ausstellungsstück der Langgalerie stellt die Planetenuhr des Kurfüsten August dar.  Sie gehört zu den mechanisch herausragendsten Schöpfungen der Frühen Neuzeit und zeigt unter Einsatz eines sehr komplexen Uhrwerkes auf ihren vier Seiten an, wo sich die „klassischen“ Planeten Merkur, Venus, Mars, Jupiter, Saturn sowie die Sonne und der Mond von der Erde aus gesehen befinden. 

Weitere Zeitmessgeräte finden sich in der Bogengalerie, einer Sammlung aus Uhren und Automaten der Renaissance. Gezeigt wird die historische Entwicklung sowohl der Funktionsweisen der Uhrwerke als auch des äußeren Erscheinungsbildes verschiedenster Typen von Uhren. Beispiele sind Türmchenuhren, Räderuhren, Präzisionspendeluhren und Aufzugsfederuhren.

Der Neue Saal im Zwingerwall beheimatet unterschiedliche Erd- und Himmelsgloben aus der weltberühmten Globensammlung, deren ältestes Exponat ein arabischer Himmelsglobus aus dem 13. Jahrhundert ist. Er ist der fünfte der zehn weltberühmten arabischen Himmelsgloben aus dem 11. bis 15. Jahrhundert. Zwei gravierte und tauschierte Bronzeguss-Schalen mit 14,5 cm Durchmesser werden von halben Meridianringen aus Bronze in einem Gestell gehalten. Diese Globuskugel kann auf verschiedene Polhöhen eingestellt werden. Die Namen der Sternbilder sind in Silber, die der Himmelszeichen abwechselnd in Silber und Gold ausgelegt, die Ekliptik in Silber. Unter den Exponaten finden sich neben den Erdgloben auch ein Globus des Mondes und des Mars, die nicht nur durch ihre Funktion, sondern auch durch ihre Schönheit und Detailgrad begeistern. 

Im Festsaal sind unter anderem mechanische Messgeräte ausgestellt, dazu zählen Stücke die als Lehrmittel benutzt worden sind, wie beispielsweise eine Archimedische Schraube (Mitte des 17. Jahrhunderts), die Winde oder Hebemaschine mit Schnecke und Zahnrad (Mitte des 18. Jahrhunderts), Pumpen, Wurfmaschine und weitere. Neben den mechanischen Messgeräten sind auch optische Geräte wie Brenngläser und sehr flache, mit Goldfolie belegte Konkavspiegel ausgestellt.

Besuch des Historischen Grünen Gewölbes

Das historische Grüne Gewölbe in Dresden präsentiert in einer barocken Schatzkammer mehrere Tausend historischer Kostbarkeiten, unter anderem aus Gold, Juwelen, Bernstein, Elfenbein, Straußeneiern, Bronze und vielem mehr. Die prunkvoll ausgestattete Schatzkammer wurde im frühen 18. Jh. von August dem Starken ins Leben gerufen. Als Ausdruck von Reichtum und Macht schuf er damit eines der ältesten Museen Europas.

Während des 2. Weltkrieges wurden große Teile des Museums und der Exponate zerstört. Umfangreiche Restaurierungs- und Rekonstruktionsarbeiten lassen die insgesamt 9 Räume dem Besucher heute in neuem Glanz erstrahlen.

Für 14 € (im Online-Vorverkauf) kann man sich von einem Audio-Guide durch die Räumlichkeiten führen und seine Sinne berauschen lassen. Aufgrund des starken Besucherandrangs erfolgt der Einlass mit begrenzter Platzzahl zu festgelegten Zeiten.

Zu zweit betritt man durch eine Besucherschleuse die Schatzkammer und findet sich im ersten Raum, dem Bernsteinkabinett wieder.

Über das Elfenbeinzimmer führt der Rundgang weiter in das Weißsilberzimmer und silbervergoldete Zimmer bis zum Pretiosensaal mit Gefäßen unter anderem aus Edelsteinen, Seeschnecken und Straußeneiern. Ein Großteil der Räume ist mit Spiegelverkleidungen an den Wänden ausgestattet. Für den Wiederaufbau der Schatzkammer wurden neben restaurierten Originalspiegeln neue Spiegel mit einer Zinn-Amalgam-Technik hergestellt, die sich kaum von den Originalen unterscheiden lassen.

Das einstige Ausmaß der Bombenschäden lässt sich im anschließenden Wappenzimmer erahnen. Neben vollständig erhaltenen Wappen lassen sich an manchen noch Feuerschäden erkennen, teilweise sind nur Fragmente der Wappen erhalten.

Nach diesem im Verhältnis eher schlichteren Zimmer, gelangt man in das Juwelenzimmer, den Höhepunkt der Schatzkammer. Prächtige Geschmeide und juwelenbesetzte Waffen waren Bestandteil der repräsentativen Fürstenschmuckkollektionen des 18. Jahrhunderts.

Abschließend können sich die Sinne im Bronzenzimmer, das französische Kleinbronzen zeigt, und im angrenzenden Raum der Renaissancebronzen erholen.

Das Historische Grüne Gewölbe und auch alle weiteren Museen der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden arbeiten unter anderem auch an zahlreichen archäometrischen Forschungsprojekten. Von Herrn Rainer Richter (Leiter der Restaurierung im Grünen Gewölbe) und Herrn Dr. Michael Mäder (naturwissenschaftlicher Mitarbeiter der Staatlichen Kunstsammlungen) werden in interdisziplinären Kooperationen restauratorische sowie archäometrische Projekte bearbeitet. Beispielsweise erfolgen im Helmholtz-Forschungszentrum Rossendorf zerstörungsfreie Analysen ausgewählter Exponate mittels Ionenstrahltechniken wie PIXE und RBS.